Was ist Cloud Computing (I)

Eine einheitliche oder allgemeingültige Definition konnte sich bisher nicht durchsetzen. Eine Definition, die in Fachkreisen (z. B. NIST, ENISA) meist herangezogen wird, lautet:
Cloud Computing ist ein Modell, das es erlaubt bei Bedarf, jederzeit und überall bequem über ein Netz aus einem teilten Pool von konfigurierbaren Rechnerressourcen (z. B. Netze, Server, Anwendungen, etc.) zu zugreifen, die schnell und mit minimalem Managementaufwand oder geringer Serviceprovider-Interaktion zur Verfügung gestellt werden können.“

Das bedeutet, dass beim Cloud Computing Software und Daten nicht mehr lokal bearbeitet und gespeichert werden, sondern in einer externen Infrastruktur, die von externen Dienstleistern bereitgestellt wird und die jederzeit und überall im Internet verfügbar sind. Dadurch ist es möglich IT-Kapazitäten und IT-Anwendungen zeit- und standortunabhängig sowie flexibel zu nutzen.

Drei verschiedene Servicemodelle werden im Cloud Computing unterschieden:

1. Infrastructure as a Service (IaaS)

Bei IaaS werden IT-Ressourcen wie z. B. Rechenleistung, Datenspeicher oder Netze als Dienst angeboten. Ein Cloud-Kunde kauft diese virtualisierten und in hohem Maß standardisierten Services und baut darauf eigene Services zum internen oder externen Gebrauch auf. So kann ein Cloud-Kunde z. B. Rechenleistung, Arbeitsspeicher und Datenspeicher anmieten und darauf ein Betriebssystem mit Anwendungen seiner Wahl laufen lassen.

2. Platform as a Service (PaaS)

Ein PaaS-Provider stellt eine komplette Infrastruktur bereit und bietet dem Kunden auf der Plattform standardisierte Schnittstellen an, die von Diensten des Kunden genutzt werden. So kann die Plattform z. B. Mandantenfähigkeit, Skalierbarkeit, Zugriffskontrolle, Datenbankzugriffe, etc. als Service zur Verfügung stellen. Der Kunde hat keinen Zugriff auf die darunterliegenden Schichten (Betriebssystem, Hardware), er kann aber auf der Plattform eigene Anwendungen laufen lassen, für deren Entwicklung der CSP in der Regel eigene Werkzeuge anbietet.

3. Software as a Service (SaaS)

Sämtliche Angebote von Anwendungen, die den Kriterien des Cloud Computing entsprechen, fallen in diese Kategorie. Dem Angebotsspektrum sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Als Beispiele seien Kontaktdatenmanagement, Finanzbuchhaltung, Textverarbeitung oder Kollaborationsanwendungen genannt.

Das hört sich alles komfortabel und kostensparend an. Aber die Speicherung von Daten in dieser „Wolke“ wirft einige datenschutzrechtliche Fragen auf und ist sehr kritisch zu sehen. Wo werden die Daten gespeichert? Wem gehören die Daten und wer ist für die Verfügbarkeit verantwortlich? Welche Sicherheitsrisiken gibt es? Welche rechtlichen Einschränkungen? Nur ein paar ungeklärte Fragen bei einem sehr komplexen Thema.

Rechtsgrundlage: §§ 3, 4b (1), 9, 11, 43 (1) BDSG

Rechtsvorschriften für Cloud Computing stehen noch aus.